Die Suche nach dem schwulen Gen

Und wieder streiten die Forscher: Geben Gene die sexuelle Orientierung vor?

Eine neue Studie könnte bestätigen, dass die sexuelle Orientierung letztlich wie Augen- oder Haarfarbe eine natürliche menschliche Variante aus dem Zusammenspiel und der Aktivität von Genen darstellt.

Im menschlichen Erbgut gibt es 23 Chromosomen-Paare mit tausenden Genen. Auf dem Chromosom 8 beispielsweise gibt es geschätzt bis zu 1100 Gene, von denen über 700 identifiziert werden konnten. In dieser Studienreihe, deren Ergebnisse im November 2013 im Journal Psychological Medicine veröffentlicht wurden, untersuchten die Forscher auf dem Chromosom 8 und dem Chromosom X die Gene schwuler Brüder.

Dazu nahmen die Forscher DNA-Proben von rund 800 schwulen Brüder und kamen zu dem vorläufigen Ergebnis, dass es zwar keinen Beweis gäbe, aber einige aussagekräftige Indizien, dass ein oder mehrere Gene auf dem X Chromosome für männliche Homosexualität verantwortlich seien. „Pretty good indication of a genetic link“, erklärte Dr. Alan Sanders von der University of Chicago die Ergebnisse.

Andere Forscher äußerten sich skeptisch:

Neil Risch von der University of California in San Francisco sagte, die Datenmenge sei statistisch viel zu gering, um einen genetischen Grund zu belegen. Risch selbst war an einer ähnlichen, aber kleineren Forschungsreihe beteiligt.

Dr. Robert Green von der Harvard Medical School nannte die neue Studie “faszinierend aber in keiner Weise beweiskräftig.”

Eine andere Studie vermutete, dass Homosexualität im Laufe der Evolution aus einem starken Bedürfnis nach Partnerbindung entstanden ist. Völliger Unsinn, meint der bekannte Schweizer Biologe Prof. med Prof biol. Dieter Hesch.

Hesch sagt, dass die Naturwissenschaftler irritiert sind, weil Sexualität doch biologisch gesehen der Reproduktion der Art dient.

Homosexualität wird von heterosexuellen Eltern vererbt

„Wenn man dieses Postulat ernst nimmt, müssen sich Wissenschaft und Gesellschaft immer noch darüber wundern, dass die Homosexualität nicht “ausstirbt”, obwohl diese Menschen nicht an der reproduktiven Sexualität teilnehmen.“, schreibt Hesch in der Huffington Post.


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