Was wir von schwulen und lesbischen Paaren lernen können – und umgekehrt

Studien beweisen: Die „perfekte“ Beziehung gibt es nicht. Aber wir können uns inspirieren lassen, möglichst nahe dran zu kommen

Er ist die Nummer 1 der Paarforscher: Professor Gottman untersucht in seinem LoveLab seit vielen Jahrzehnten die Beziehungszufriedenheit von Paaren. Dafür hat er eigene Verfahren entwickelt: beispielweise misst er beim Streit kleinste Veränderungen in der Mimik, Veränderungen beim Herzschlag und die Dynamik der Auseinandersetzung. Diese Methode wendet er seit zwölf Jahren ebenso bei lesbischen und schwulen Paaren an und sein Institut hat nun die Ergebnisse veröffentlicht. Viele Unterschiede zu heterosexuellen Partnerschaften fand der Forscher nicht. Aber genug, um heterosexuellen Paaren den Tipp zu geben, sich einige Verhaltensweisen abzuschauen.

Humor bringt Paare weiter

Schwule und lesbische Paare sprechen Konflikte ohne allzu große Scheu an. Vor allem sind sie dabei humorvoll und schaffen dadurch ein Klima, in dem sich die Partner als Team verstehen und nicht als Gegner. Das führt dazu, dass sie nach einem Streit seltener frustriert sind als heterosexuelle Paare.

Weniger versteckte Kontrollversuche

Mindgames und Manipulationen liegen schwulen und lesbischen Paaren im Vergleich weniger. Die Forscher vermuten, dass Fairness und gegenseitiger Respekt einen höheren Stellenwert als bei Mann-Frau-Beziehungen haben, bei denen alte Rollenklischees immer noch präsent sind.

Streit nicht persönlich nehmen

In der Folge erleben schwule und lesbische Paare sich im Streit meist lösungsorientiert und reagieren weniger angegriffen auf verbale Tiefschläge. Eine Erklärung könnte sein, dass sie als Minderheit lernen mussten, Anfeindungen und negative Äußerungen grundsätzlich besser nicht persönlich zu nehmen.

Ruhe in stürmischen Zeiten

Ein ganz konkret messbarer Unterschied: Die Erregungskurven von heterosexuellen Paare steigern sich in Auseinandersetzungen. Oft so sehr, dass sie danach kaum zur Ruhe kommen können. Schwule und lesbische Paare regen sich weniger auf und nutzen die gesparte Energie für die Verhandlung von Lösungen.

Der Weg ist das Ziel

Im Schlafzimmer der schwulen und lesbischen Paare geht es um die Strecke und weniger ums siegreiche Finale. Das erotische Erleben des Partners ist wichtig und wirkt zusätzlich erregend. Heterosexuelle Partner verhalten sich im Vergleich im Bett egoistischer und zielorientierter.

Aber auch schwule und lesbische Paare können sich etwas von Heterosexuellen abschauen:

Weniger nachtragend sein

Die Ergebnisse der seit zwölf Jahren andauernden Studie zeigen: Ist das Herz eines schwulen Mannes erst einmal gebrochen, heilt es lange Zeit nicht. Lesbische ebenso wie heterosexuelle Paare verzeihen sich Verletzungen schneller und sind seltener nachtragend.

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