Regenbogenfamilie: Eine Familie wie andere auch

Gastautorin Natalie Prinz hat für uns das Regenbogenfamilienzentrum in Berlin-Schöneberg besucht. Es ist Deutschlands einzige offizielle Anlaufstelle für homosexuelle, bisexuelle und transgender Menschen mit Kindern oder Kinderwunsch

Constanze Körner, Projektleiterin der Einrichtung, ist müde. Gerade erst hat sie das Schöneberger Regenbogenfest im wahrsten Sinne des Wortes erfolgreich über die Bühne gebracht. Jetzt steht der Weltkindertag an, die Presseanfragen häufen sich. Zu behaupten, Regenbogenfamilien seien in der Mitte der Gesellschaft angekommen, wäre übertrieben. „Da hat sich in den letzten zehn Jahren viel getan“ ist häufig der erste Satz, mit dem sie auf Fragen antwortet. Das gilt allerdings lediglich für die Großstädte. In ländlichen Gebieten sieht es nach wie vor finster aus mit der Akzeptanz von Eltern, die nicht in rein heterosexuellen Beziehungen leben. In den Kleinstädten und auf dem Land ist eine konservative Fassade oft immer noch wichtiger als ein stabiles, liebevolles Zuhause.

Regenbogenfamilien: häufiger, als man denkt

Wie viele Regenbogenfamilien es aktuell in Deutschland überhaupt gibt, ist nicht belegt. Die letzte Studie zum Thema wurde 2009 veröffentlicht. Dort ist von 1.059 gleichgeschlechtlichen Eltern mit insgesamt 693 Kindern die Rede. Es werden aktuell sehr viel mehr sein. Noch nicht mal schätzen will Constanze Körner, denn sie geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Dass es keine gesicherten Zahlen gibt, ist gut in dem Sinne, dass die sexuelle Orientierung von Eltern keine Rolle spielen sollte. „Aber wir bräuchten trotzdem dringend eine neue Studie, damit wir eine bessere Argumentationsgrundlage haben“, so Körner.

Constanze Körner, Projektleiterin des Regenbogenfamilienzentrums
Constanze Körner, Projektleiterin des Regenbogenfamilienzentrums

Das Verhältnis von lesbischen zu schwulen Elternpaaren liegt, auch biologisch bedingt, bei 80 zu 20. Zudem ist es extrem schwer für schwule Paare, ein Kind zu adoptieren. In Deutschland stehen generell nicht so viele Kinder zur Adoption frei, wie es willige Elternpaare gibt.

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