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Der Weg eines lesbischen Paares zum Wunschkind

Mut zu Familie – den hatte unsere Gastautorin Lisa Röhtz. Sie und ihre Partnerin haben sich den Traum vom Kind erfüllt. Hier beschreiben sie ihren ebenso mühevollen wie heiteren Weg. Wie das Leben eben

Wenn ich heute auf die letzten drei Jahre zurückschaue, gab es viele Höhen und Tiefen. Wir wollten wie viele andere Paare eine Familie gründen. Doch hatten wir das Gefühl, vor einem großen Berg zu stehen, dessen Gipfel für uns unerreichbar zu sein schien. Wir diskutierten mit unserer Familie, mit Freunden, haben Fachliteratur gewälzt, haben Termine bei Beratungsstellen wahrgenommen, und dennoch blieben so viele Fragen offen. Wie gehen wir ethisch und moralisch damit um? Welche Methoden gibt es überhaupt? Wie sind die rechtlichen Grundlagen? Wie steht es um die Gesundheitsfragen? Bedienen wir uns einer Samenbank, oder gibt es Alternativen? Was sagt unser Umfeld? Sind wir stark genug, mit gesellschaftlichen Vorurteilen umzugehen?

Und neben diesen Fragen waren wir ständig mit der bitteren Realität konfrontiert: Es wird nie ein Kind aus unser beider Liebe entstehen. Das hat uns oft beschäftigt, manchmal quält es uns heute noch.

Die Entscheidung

Obwohl die Bedenken groß waren und die gesellschaftlichen Konventionen (noch) gegen uns sind, haben wir uns entschieden. Unser Kind soll, analog zu anderen Familien, gemeinsam mit seinem Papa aufwachsen; ein Papa, der unsere Lebenssituation akzeptiert, sein Kind liebt und ihm ein Vorbild ist. Wir fingen an zu recherchieren. Zuerst meldete ich uns bei einer Samenspenderonlineseite an, und wir begannen, die Profile zu selektieren und mit unseren eigenen Vorstellungen zu vergleichen.

Aber wie sahen die eigentlich aus? Was waren unsere Wünsche?

Uns war schnell klar, dass wir die sogenannte Bechermethode anwenden wollten – eine Methode, bei der der Mann sein Ejakulat in einen Becher gibt; anschließend wird dieses mit einer Spritze aufgezogen und dann in die Frau eingeführt.

Ebenso klar war, dass wir einen Mann suchten, der weder Rechte geltend machen dürfte noch Pflichten eingehen würde, der aber bereit wäre, auch „Spaßpapa“ zu sein. Wir sind beide ohne unsere leiblichen Väter aufgewachsen, und es ist trotzdem schön zu wissen, wer sie sind und warum wir manchmal so sind, wie wir sind. Und das gleiche wünschen wir uns für unsere Kinder, eine Familie.

Darüber hinaus wollen meine Frau und ich jeweils ein Kind. Unsere Kinder sollen nach Möglichkeit als Geschwister aufwachsen, und dafür benötigen wir noch einmal identisches Ejakulat; also vom selben Spender.

Nach einer ersten Vorauswahl schrieb ich einigen Männern und merkte schnell, dass noch mehr Fragen offen waren: Sollen wir uns ein Hotel nehmen, damit der Weg nicht so weit ist? Oder spendet der Mann bei uns zuhause, etwa in unserem Bad? (Eine wirklich ungewohnte Vorstellung für uns: Ein fremder Mann in unserem Bad…). Werden wir uns gut genug kennenlernen können in solch einer für alle völlig neuen Situation? Wird er wirklich Papa sein wollen? Was machen wir, wenn der Papa aus einer anderen Stadt kommt? Oder noch grundlegender: Können wir uns wirklich vertrauen? Er uns und wir ihm?

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Über den Autor/die Autorin

Eric Hegmann

Liebe macht glücklich. Unser CLO (Chief Love Officer) verantwortet die redaktionellen Inhalte von beziehungsweise. Eric Hegmann ist Autor zahlreicher Bücher rund um Partnerschaft und Partnersuche und berät Singles und Paare. Arbeitsschwerpunkte: Bindungsangst und Verlustangst ( Beziehung mit Narzissten , emotionale Abhängigkeit), Beziehungsunfähigkeit sowie Streit- und Kommunikationskultur von Paaren (Sprache der Liebe). Der Wahlhamburger ist verheiratet und lebt und arbeitet seit 25 Jahren neben der berühmtesten "Liebes-Meile" der Welt: der Reeperbahn.